Motorsägenkurse mit KWF-Zertifizierung

Motorsägenkurse mit KWF-Zertifizierung

Purer Schwachsinn, oder doch sinnvoll?

Motorsägenlehrgänge - der Nutzen und die Vorteile für den Motorägenfüher

Viele sagen, „Ach brauch ich nicht, mir ist noch nie was passiert“. Andere sagen, „Es ist ein unbedingtes Muss, wenn man sicher arbeiten will“. Die Welt der Motorsägenführer ist gespalten.KWF-Zertifizierung-f-r-Motors-genlehrg-nge

Doch was bringt ein Kurs bei einem vom Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) anerkannten Ausbilder wirklich, welche Unterschiede gibt es und vor allem die Frage, ob ich einen solchen Kurs überhaupt brauche?
Genau dieses Thema haben wir zusammen mit einem vom KWF (Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik) zertifizierten Ausbilder für Motorsägenlehrgänge näher betrachtet.

Dabei handelt es sich um Herrn Patrick Kauper, einen guten Kunden und Freund des Hauses! Vielen Dank Patrick an dieser Stelle für deine Zeit und deine wertvollen Informationen! Für eventuelle Rückfragen oder bei Interesse an einem Motorsägen-Lehrgang verweisen direkt auf die Internetseite der Firma TAUM - Sicher mit uns bedeutet sicher unter'm Baum - Patrick Kauper

Aber nun zurück den wichtigen Fragen:

  • Wann brauche ich einen Motorsägenkurs?
  • Was bringt ein Kurs bei einer anerkannten Ausbildungsstelle?
  • Welcher Kurs wird für welche Arbeit gebraucht?

 

Wann brauche ich einen Motorsägenkurs?

Wie oben schon erwähnt ist das Thema „Motorsägenkurs“ ein absolutes Spaltthema in der Forstwelt. Die Profis, also hauptberufliche Forstwirte haben ihr Fachwissen in einer wirklich fordernden Ausbildung aufgebaut und arbeiten in der Regel täglich mit der Kettensäge. Der "Kettensägen-Führerschein" wird somit schon in der Ausbildung absolviert!

Im Vergleich zum Forstprofi ist der private Anwender und einen kleinen Bruchteil im Jahr - meist in den kälteren Monaten im Wald unterwegs, um zum einen Brennholz für den Eigenverbrauch zu gewinnen oder auch Dritten Peronen zu helfen. Doch wie verhält es sich in diesen Situationen im Falle eines Unfalls?

Grundsätzlich gilt, dass jeder Privatanwender eine Kettensäge nach Belieben auf seinem eigenen Grundstück einsetzen darf. Rein rechtlich ist kein absolvierter Motorägen-Lehrgang erforderlich.

Da jedoch private Motorsägenführer oftmals mit der fachgerechten Handhabung einer Kettensäge sowie den sicheren Fälltechniken von Bäumen nicht 100% vertraut sind, kommt es oftmals zu schwerenVerletzungen.

Aus diesem Grund ist es seit geraumer Zeit Vorschrift, einen erfolgreich absolvierten Kettensägen-Lehrgang vorzuweisen, wenn man öffentliche Gemeinde- oder Staatswälder zum zur Gewinnung von Holz betreten möchte.

Kurz, knapp und direkt ausgedrückt:
JEDER, der in öffentlichen oder staatlichen Wäldern sein Brennholz fällen oder verarbeiten will, muss einen erfolgreich absolvierten Motorsägenlehrgang vorweisen können!

Auch wer in Wäldern von Dritten Personen - sei es nur beim Nachbarn oder beim besten Freund - Holz machen will ist verpflichtet, einen erfolgreich absolvierten Kettensägen-Lehrgang vorzuweisen!

Aber warum? Ganz einfach! Das Stichwort lautet: PERSÖNLICHER SCHUTZ! 

Denn im Schadensfall (den wir natürlich Niemanden wünschen) kann es zu massiven Problemen mit der Berufsgenossenschaft bzw. der entsprechenden Versicherung kommen, sofern ein erfolgreich absolvierter Kettensägenlehrgang nicht vorliegt! Liegt dieser vor, so werden Sie die entsprechenden Leistungen und Zuwendungen erhalten - fehlt dieser jedoch, stehen Sie oftmals alleine da!

Natürlich sind von der Pflicht zum Absolvieren eines Motorsägenlehrganges auch Personen betroffen, die Kettensägen für den Nebenerwerb nutzen. Hier muss in Jahresabständen eine entsprechende Folgeunterweisung stattfinden, damit der nötige Schutz der Berufsgenossenschaft gegeben ist.

 

Was bringt mir ein Motorsägenkurs?

Diese Frage haben Sie sich als alter Hase mit der Kettensäge sicherlich schon oft gestellt! Und sicherlich hatten Sie auch schon folgende Gedanken:

"Ich geh jetzt seit 20 oder 30 oder 40 Jahren in den Wald - mir ist noch nie was passiert und mir wird auch nichts mehr passieren!"

"Kettensägenlehrgang - Blödsinn. Ich weiß doch genau, wie man Bäume fällt!"

"Motorsägenführerschein - brauche ich nicht!"

"Motorsägen-Lehrgang - was wollen die mir denn noch lernen?"

"Führerschein für die Motorsäge - die wollen doch nur Geld machen!"

Die klare Antwort auf die Frage, was Ihnen ein Lehrgang zum richtigen Umgang mit der Kettensäge bringt lautet wie folgt:

PERSÖNLICHE SICHERHEIT

Nicht selten hört man in der Forstwirtschaft von schweren, teils leider sogar tödlichen Unfällen während der Forstarbeit. Diese werden in den Medien zwar nicht in die breite Öffentlichkeit getragen, doch Sie gibt es trgaischerweise zu genüge! Und nicht selten sind vermeintlich Erfahreren Holzfäller und Holzaufarbeiter darunter. Leider dürfen wir hier Bilder von Verletzungen, Brüchen, offenen Wunden usw. nicht zeigen - gerne hätten wir Ihnen die Ernsthaftigkeit dieses Themas bildlich näher gebracht...

Also haben wir unseren Ausbilder gefragt, „Was bringt denn jetzt ein Kurs genau?

Seine Antwort:

„Eine richtig angelernte Kenntnis im Umgang mit der Motorsäge ist prinzipiell Jedem, der mit so einer Maschine arbeitet, anzuraten… Wenn man sich die Unfallzahlen des KWF nur für die Staatsforst-Bereiche aus 2018 ansieht, sollte es einem klar werden.

718 gemeldete Unfälle nur im Bereich der Staatsforsten im Jahre 2018. Die Schwarzzahl der eigentlichen Unfälle ist vermutlich deutlich höher!! Allein von den 718 Unfällen waren 691, direkte Arbeitsunfälle und einer davon, ein tödlicher Unfall, der Rest sind Wegeunfälle.

Von diesen 691 Arbeitsunfällen sind allein 50% im Arbeitsbereich der Holzernte passiert… Daran sieht man, dass es Jedem passieren könnte und dass die Holzernte, also das Fällen und Ausasten von Bäumen, mit der gefährlichste Part ist.

In einem Kurs lernt man also nicht das stumpfe Umschneiden eines Baumes. Also zumindest bei mir nicht. Man lernt auch den Baum zu lesen. In welche Richtung ist die Krone exponiert, hat er Erkrankungen, die die Fällung beeinflussen könnten oder hab ich Spannungen im Holz? Auch Spannungen können, wenn Sie falsch geschnitten werden, sehr schwere Verletzungen verursachen… Stichwort Zug- und Druckseite.

Auch unter dem Aspekt der Kenntnis im Bezug auf Ergonomie mit der Säge ist ein Kurs anzuraten. Dann sind da noch die einzelnen Schnitte, z.B. Haltebandschnitt bei Vorhängern, Sicherheitsfälltechnik, Fächerschnitt, Stechschnitt etc. Das muss man einfach beherrschen. Natürlich bringen wir den Teilnehmern nur die Grundfertigkeiten bei… Die eigentliche Praxis kommt nach und nach… Wie beim Autofahren.

Das Ganze wird dann auch in einer Leistungsfeststellung, also einem Test ausgewertet und dokumentiert. Wer Ihn besteht, bekommt natürlich auch das Zertifikat. Aber Jemand, der die Fertigkeiten nicht ansatzweise sicher beherrscht, dem können wir allein aufgrund unserer Verantwortung als Ausbilder das Zertifikat nicht ausstellen. Perfektion verlangen wir nicht… aber sicheres Arbeiten.

Also um es kurz zu sagen… Ja, ein Kurs beim richtigen Anbieter bringt wirklich viel, denn Niemand kann alles... wir sind alle nur Menschen.“

Welcher Kurs wird für welche Art von Arbeit gebraucht?

Natürlich muss man sich im Vorfeld darüber im Klaren sein, welche Arbeiten man persönlich mit der Kettensäge verrichten will?

- Soll nur liegendes Holz gesägt werden?
- Sollen stehendes Schwachholz gefällt werden?
- Soll stehendes Starkholz gefällt werden?


Folgende KWF-zertifizierte Motorägen-Kurse stehen Ihnen generell zur Verügung:

  • KWF A1
    • Berechtigt zum Aufarbeiten von Liegendholz, egal wie stark
    • Eintageskurs
    • Entspricht GUV-I 8624 „Modul 1+2“ und EEC 1

  • KWF A2
    • Modul A1 muss zuvor absolviert worden sein
    • Berechtigt zum Fällen von Schwachholz bis 20cm
    • Eintageskurs
    • Entspricht GUV-I 8624 „Modul 3“ und EEC 2

  • KWF A (Komplettmodul aus A1 und A2)
    • Beinhaltet Modul A1 und A2 komplett
    • Berechtigt zum Aufarbeiten von Liegendholz, egal wie stark
      und zum Fällen von Schwachholz bis 20cm
    • Zweitageskurs
    • Entspricht GUV-I 8624 „Modul 1+2+3“
    • Entspricht EEC 1+2
    • Entspricht DGUV Information 214-059 „Modul A“

  • KWF B 
    • Modul A1 und A2 muss zuvor absolviert worden sein
    • Berechtigt zum Aufarbeiten von Liegendholz, egal wie stark
      und zum Fällen von Starkholz
    • Dreitageskurs
    • Entspricht GUV-I 8624 „Modul 3“
    • Entspricht EEC 2+3
    • Entspricht DGUV Information 214-059 „Modul B“

  • KWF A+B (Komplettmodul aus A und B)
    • Enspricht VSG 4.2 „AS Baum 1“
    • Beinhaltet Modul A und B komplett
    • Berechtigt zum Aufarbeiten von Liegendholz, egal wie stark
      und zum Fällen Starkholz
    • Fünftageskurs
    • Entspricht GUV-I 8624 „Modul 1+2+3“
    • Entspricht EEC 1+2+3
    • Entspricht DGUV Information 214-059 „Modul A+B“

Natürlich gibt es weitere Aufbaukurse wie VSG 4.2 „AS Baum 2“ für Baumpfleger und SKT-Lehrgänge (Baumkletterkurse).

Mit „AS Baum 2“ wäre zum Beispiel noch die Richtline nach DGUV Information 214-059 „Modul C und Modul D“ erfüllt (Arbeiten auf Drehleitern und Arbeitsbühnen).

Ich hoffe, wir konnten euch einen kleinen Einblick geben in die Wichtigkeit der Motorsägelehrgänge! 

Für weitere Fragen stehen wir natürlich gerne zur Verfügung!

 

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